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Gardasee 2014



Italienische Maßstäbe ... oder barfuß im Regen


Der Gardasee, Traumziel von Millionen von Deutschen seit den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts. Und er hat bis heute seinen Charme nicht verloren. Seit ein paar Jahren hat man auch hier den Laufsport als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt und bietet immer am 2. Sonntag im Oktober im Norden des Gardasees verschiedene Laufwettbewerbe an, einen Marathon, einen 30-km- sowie einen 15-km-Lauf.

Als unser Vorsitzender, der bereits vor 2 Jahren am 15-er teilgenommen hatte, davon Wind bekam, dass es in diesem Jahr wieder eine Reise dorthin gibt, gab es kein Halten mehr und so war er einer der Ersten, die sich zur erneuten Fahrt dorthin angemeldet hatten. Und es bedeutete keine Mühe, Bernhard Kurtze dazu zu überreden, ebenfalls mitzufahren. Veranstalter der Reise war der bekannte Laufreiseorganisator Axel Bauer vom LTF Köllertal.

Zeitig ging es am vorletzten Freitag auf die rund 750 km lange Busreise, im vollbesetzten Bus übrigens. Durchs Elsass, die Schweiz und an Mailand vorbei erreichten wir am späten Nachmittag das Ziel in Riva del Garda. Das Hotel, namens Benacus, war das gleiche wie vor 2 Jahren, in 200 m Höhe mitten in einem Olivenhain gelegen, alle Zimmer riesengroß und mit Balkon, was eine traumhafte Aussicht auf den See und die Stadt ermöglichte. Der einzige Unterschied zur letzten Fahrt war ein neuer Küchenchef, kürzlich erst bei einem italienischen Wettstreit prämiert, der ein Essen zauberte, wie man es oft in viel höher bewerteten Hotels nicht vorfindet.

Den Samstag wollten wir gemütlich gestalten. So stand zunächst ein längerer Bummel durch Riva del Garda auf dem Programm, bevor wir dann mit einem eigens für uns gecharterten Schnellbott nach Limone an die Westküste des Sees ging. Limone hat seinen Namen von früheren Zitronenplantagen, von denen es aber nur noch vereinzelte gibt. Hier herrscht in den engen Gassen ein Treiben wie auf dem größten Jahrmarkt und so ging es nach einer Stunde Aufenthalt mit einem Katamaran wieder weiter nach Malcesine, einem alten, malerischen und urgemütlichen Städtchen an der Ostküste des Sees.

Hier befand sich auch der Start aller Läufe und auch die Ausgabestelle der Startnummern. In der Regel kauft man sich ein Erinnerungs-T-Shirt. Kurtze und Schütz wollten dies auch tun, aber leider waren die benötigten Größen bereits ausverkauft. So schenkte man uns als Ersatz ein Cap mit Veranstaltungsaufdruck, was bei den anderen Läufern Neugier hervorrief. "Wo hanner dann die Kappe do her?", tönte es mannigfach. Und so mancher gelangte dann durch geschicktes Feilschen auch zu einem Cap.

Am Samstagabend dann der erste kulinarische Höhepunkt mit einem Galadiner bei Kerzenschein und Livemusik. Früh aufstehen hieß es am Sonntag, dem Tag der Läufe. Axel Bauer brachte uns zeitig nach Malcesine, denn er musste ja wieder zurück sein, bevor die Laufstrecke für den Verkehr gesperrt wurde. Punkt 9:30 Uhr gingen wir mit weiteren 700 Teilnehmern auf die 15-km-Strecke, die auf dem 1. Kilometer einen leichten Anstieg aufwies, danach aber durchweg flach verlief, immer am Seeufer vorbei, jedoch durch zahlreiche Tunnels, was für unsere GPS-Uhren Stress bedeutete, sie hatten keine Verbindung zum Satelliten. Moderne Uhren sind aber in der Lage, dies anhand der Laufgeschwindigkeit neu zu berechnen und die Streckenlänge zu korrigieren. "Das do waare awwer meh wie 15 km" hörte man so manchen Läufer hinterher schimpfen und in der Tat ergaben die Messungen der meisten GPS-Uhren eine Streckenlänge von 15,5 km. Vom Ziel in Torbole bis zum Hotel war es nicht weit und so konnten wir gleich weiterlaufen, um uns im Hotel eine heiße Dusche zu gönnen und dann wieder zum Ziel zurückzukehren.

Am Montag stand eine Fahrt am See vorbei auf dem Programm bis ganz in den Süden nach Sirmione. Montag ist Regentag am Gardasee, wie vor 2 Jahren. Doch mit einer Intensität, wie man es selten erlebt. Verlief der Bummel durch Garda noch halbwegs trocken, erwischen wir in dem berühmten Weinort Bardolino ein kurzzeitiges Unwetter mit Regengüssen, Gewitter und taubeneigroßen Hagelkörnern. Die vom Herbstlaub verstopften Gullys konnten das Wasser nicht mehr aufnehmen und so stand es schnell 20 cm hoch in den Geschäften und Lokalen. Für so manchen bestand die Rettung dann nur noch im Kauf einer neuen Hose oder barfuß mit hochgekrempelten Hosenbeinen den Weg zurück zum Bus zu nehmen. Auch bei der letzten Station des Tages in Sirmione hatte Petrus keine Gnade mit uns und so waren wir alle froh, als wir wieder im Hotel zurück waren. Dass Ausdauersportler ein besonders gutes Immunsystem besitzen, bewahrheitete sich wieder einmal, denn es waren tags darauf keine Klagen über Erkältung jedweder Art zu vernehmen.

Am Dienstag, unserem letzten Tag, stand Trient, die Hauptstadt der autonomen Provinz Trentino auf dem Programm. Durchs Etschtal und entlang an unendlich erscheinenden Apfel- bzw. Kiwi-Plantagen und Weinbergen gelangten wir bei wieder herrlichen Wetter ans Tagesziel. Mehrere Stunden Aufenthalt ermöglichten es, die Stadt mit ihren vielen alten und schönen Gebäuden und Plätzen genau zu erkunden. Für die Rückfahrt hatte Axel Bauer dann noch eine Überraschung in Form einer Weinprobe und Grappa- Verköstigung in einer sog. "Cantina" organisiert. Den würdigen Abschluss der Reise bildete dann ein Italienischer Abend im Hotel, wiederum bei Kerzenschein, Livemusik und einem köstlichen Menü.

Mittwochs ging es dann wieder nach Hause mit ganz vielen schönen Eindrücken im Gepäck und dem Fazit: der Gardasee ist immer eine Reise wert. Wie zu verlauten war, plant Axel Bauer in zwei Jahren eine erneute Reise an den Gardasee. Nicht ausgeschlossen, dass wir dann wieder dabei sind.

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Die Bilder wurden freundlicherweise von Erwin Schütz zur Verfügung gestellt


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